Golden Circle Island Stopover
Frühstück: check

Nach einem fantastischen Frühstück mit frisch gebackenen Brot und frischen Waffeln starteten wir also unseren Micro-Roadtrip rund um den Golden Circle.

Aufgrund der begrenzten Zeit haben wir uns für Teile des Golden-Circle entschieden: den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Island.

Es ging also los, durch die immer noch mit Schnee bedeckte Landschaft. Von Selfoss immer weiter nach Norden, ein kurzes Stück über die Ringstraße bis zur Straße 30.

Je höher die Straßennummern, desto kleiner und unbefestigter sind die Straßen in Island.

Die Ringstraße, asphaltiert und auch im Winter gut befahrbar trägt die Nummer eins.

Kleinere Straßen, eher wie Landstraßen ohne befestigte Fahrbahngrenzen tragen zweistellige Nummern.

Ganz kleine Straßen, meist Zufahrten zu Häusern haben dreistellige Nummern und sich immer Schotterpisten.

Das Wetter war typisch für den April. Regen wechselte sich mit Schnee und Sonne ab. Von allem etwas. Die einzige Konstante war der Wind. Unser erster Fotostopp (auch weil es vorher wirklich nur schüttete) war am Ölfusá. Einem Fluss. Mit hellblauem Wasser, wie in der Karibik. Nur mit Schnee 🙂

Ölfusa Fluss Island

Weiter ging es zum wohl bekanntesten Wasserfall Islands: dem Gulfoss. Island ist auf Touristen eingestellt. Wer Lust auf einen Kaffee hat, kann oben am Touristenzentrum parken und auf einem angelegten und mit Holz beplankten Weg zum Wasserfall spazieren. Der Weg führt noch weiter rum und man kommt ziemlich nah an den Wasserfall. Wenn es nicht regnet, ist der Weg durchaus für einen Spaziergang zu empfehlen. Sofern man gut zu Fuß ist, es gilt nämlich einige Stufen zu bezwingen.

Wir haben verzichtet weil wir bereits nach einer halben Stunde komplett durchnässt und dank des Windes vollkommen durchgefroren waren.

Gulfoss WasserfallGulfoss Wasserfall

Der Wasserfall selbst ist tatsächlich sehr beindruckend – aber leider auch sehr überlaufen. Wir haben am Ende des Tages noch einen mindestens genauso schönen Wasserfall gefunden, der uns die ganze Zeit alleine gehörte.

Achso, wer auf den Kaffee verzichten kann, keine Toilette benötigt oder einfach auf die Schilder achtet 😉 kann ca. 600m vor dem Touristenzentrum rechts rein fahren und direkt am Wasserfall parken…

Teures Island

Wir waren jetzt aber schonmal da und hatten nichts gegen einen warmen Kaffee. Zumindest bis wir die Preise sahen. Aber gut, man ist ja im Urlaub und eine Erkältung wollten wir auch nicht riskieren. Also zahlten wir die 5 EUR pro Kaffee. Dazu noch ein Panini für 8 EUR.

Nächster Halt: Supermarkt. Wesentlich günstiger waren die Kekse hier jetzt aber auch nicht. Island ist ganz einfach teuer. Alles muss vom Festland her geschafft werden, also zumindest alles, was nicht in den Gewächshäusern vor Ort wächst 😉 Und das ist dank Geothermie eine Menge.

Falls wir also nochmal hierhin fahren, und das werden wir, werden wir auf jeden Fall ein Ferienhaus buchen und selbst kochen. Alles andere ist einfach auf Dauer nicht bezahlbar.

Unsere Fahrt ging weiter Richtung Haukadalur, ein Hochtemperaturgebiet rund um das aktive Vulkangebiet des großen Geysiers. Hier bricht in regemläßigen Abständen, so alle 10 Minuten etwa, ein Geysier aus und schießt eine Wassersäule von bis zu 35 Metern in die Höhe.

Auch hier ist es voll. Ca. 100 Menschen stehen um den „Strokkur“ herum und warten, mehr oder weniger geduldig, auf den nächsten Ausbruch.

Um den Geysier herum ist ein schöner Park angelegt, mit weiteren Geysieren und kleinen Schwefeltümpeln. Hier ist natürlich niemand (die stehen ja alle vor einem Wasserloch im Boden) und wir können die grandiose Aussicht auf die dampfenden, heißen Quellen und unseren ersten aktiven Vulkan, den Laugarfjall alleine und in Ruhe genießen. Gerade als wir langsam zurück schlenderten (es hatte tatsächlich aufgehört zu regnen) gab es eine erneute Eruption und wir konnten tolle Fotos machen.

Strokkur Island

Weiter ging es in Richtung Kerið – einem mit Wasser gefüllten Vulkankrater.

Auf dem Weg dahin, übrigens wieder Richtung Süden, kamen wir an unserem persönlichen Highlight vorbei, dem Wasserfall Faxi.

Kein Mensch weit und breit. Nur wir und diese unbeschreiblich schöne Natur. Die Kapuze hochgezogen standen wir nur da, das Tosen der Wassermassen im Ohr, dem Regen trotzend. Und waren einfach glücklich.

Wasserfall Island

(Mal wieder) völlig durchnässt stiegen wir ins Auto ein und freuten uns diebisch über die Sitzheizung.

Nach einer kurzen Fahrt bogen wir rechts in eine dreistellige Straße ab und fuhren statt gerade aus einen kleinen Schwenker über die 356. Irgendwie mussten wir ja den Vierradantrieb mal nutzen 😉

Vorbei an Schafherden und noch unwirklicheren Landschaften. Über steile Anhöhen und matschige Abschnitte. Unbeschreiblich.

Da es auf dem Weg lag, schauten wir uns noch den Bischofsitz an: Skálholt. Eine relativ interessante Kirche. Die Umgebung ist aber noch viel interessanter. Der Eintritt ist frei, wenn ihr also eh in der Gegend seid, könnt ihr ruhig kurz vorbei fahren.

Schließlich kamen wir dann an unseren für heute letzten Stopp an. Dem Vulkankrater Kerið.

Hier mussten wir Eintritt zahlen (3 EUR) und bekamen dafür eine kleine Broschüre – auf deutsch. Mit den Eintrittsgelder wird die Natur geschützt: Wege angelegt. Und so. So ganz hat sich uns das Ganze auch nicht erschlossen.

Um den Krater führt ein schön angelegter Rundweg, es ist auch möglich bis zum Wasser runterzusteigen.

Kerio Krater Island

Ein Aufenthalt hier lohnt sich definitiv. Auf der Rückseite des Kraters konnten wir sogar einen kleinen Wald sehen. Was auf Island definitiv erwähnenswert ist 😉

Noch schnell etwas essen und dann ab in den Hot Pot vom Guesthouse. Was gibt es schöneres, als nach einem langen Tag im kalten in heißes Wasser zu steigen und nur den Sternenhimmel zu sehen? Richtig. Nichts.

Und morgen geht es schon weiter in die USA. Hier kommt du direkt zum nächsten Teil der Reise.

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Wunderschönes Island rund um den Golden Circle – Tag 2

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