Stopover - 2 Tage in Island Tipps und Routen

Wer mit Icelandair in die USA oder nach Kanada fliegt, hat die Möglichkeit kostenlos einen Stopover in Island einzulegen. Da ihr hier sowieso zwischenlanden würdet, bietet es sich definitiv an, noch eine oder zwei Nächte dranzuhängen.

Was bringt mir das?

Damit ihr aus dem kurzen Aufenthalt das meiste rausholen könnt, habe ich hier die besten Tipps für einen Kurztrip nach Island zusammengestellt.

  1. Mietet euch auf jeden Fall einen Mietwagen. So könnt ihr die Zeit optimal nutzen. Öffentlich Verkehrsmittel gibt es leider kaum auf Island. Am günstigsten kommt ihr bei Billigermietwagen.de weg.

Auf den Allradantrieb können wir bei einer Kurzreise verzichten. Sinnvoll ist es allerdings Glas- und Reifenschäden mitzuversichern. Die Straßen auf Island sind oft unbefestigt, Steinschläge also häufig.

Mitsubishi Pajero

Kosten für drei Tage ca. 75 EUR

  1. Strategisch günstig in Selfoss ist dieses Guesthouse gelegen: http://www.booking.com/hotel/is/lambastadir-guesthouse.de.html

Herlliche Natur, netter Vermieter der euch auch noch gute Tipps für eure Ausflüge geben kann. Umfangreiches Frühstück und das Highlight: eigener Hot Pot und eine Fasssaune. Nach einem kalten Tag legt ihr euch abends einfach in den warmen Hot Pot und genießt mit etwas Glück sogar Polarlichter (September/Oktober und Februar/März am wahrscheinlichsten)

Sonnenuntergang am Guesthouse in Island

Guesthouse in Island

Kosten für zwei Nächte mit Frühstück ca. 175 EUR

  1. In Selfoss habt ihr verschiedene Möglichkeiten, abends etwas essen zu gehen. Neben Restaurants gibt es auch eine sehr empfehlenswerte Hot Dog „Bude“ und verschiedene Supermärkte. Dort könnt ihr euch auch günstig(er) mit Lebensmitteln eindecken und so die Kosten für den Stopover niedrig halten 😉

Empfehlen können wir auf jeden Fall das „Surf & Turf Steakhouse“. Neben fantastischen Burgern gibt es auch frischen Fisch. Und Cheesecake!!!

  1. Wenn ihr von Hamburg und Frankfurt fliegt, landet ihr eigentlich immer um ca. 15:30 Uhr. Somit könnt ihr entspannt zu eurer Unterkunft fahren, etwas essen, vielleicht noch im Hot Pot chillen und am nächsten Morgen erholt und früh losfahren. Fahrtzeit vom Flughafen zur Unterkunft sind ca. 1 ½ Stunden. Auf dem Weg seht ihr aber schon einiges der spektakulären Landschaft.
  1. Am nächsten Tag steht der Golden Circle auf dem Programm. Wenn nur begrenzt Zeit zur Verfügung steht, ist diese Rundfahrt optimal. Ihr seht einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Island.
  1. Am nächsten Tag geht der Flieger weiter in Richtung Amerika. Vorher habt ihr aber noch Zeit euch den Thingvellir (Þingvellir) Nationalpark anzugucken. Falls ihr euch hier nicht allzuviel Zeit lasst oder einfach früh aufsteht 😉 könnt ihr euch vor Abflug auch noch Reykjavik angucken.

(Karte)

  1. Für ca. 130 EUR pro Person könnt ihr so euren Urlaub mit einem Stopover verlängern und euch das wunderschöne Island anschauen. Gänsehaut und viele Ahhh-Momente garantiere ich euch.

Phingvellir Nationalpark mit See

Hier zwei Routenvorschläge, einmal mit Besuch einer heißen Quelle und einmal ohne heiße Quelle aber mit dem Eyjafjallajökull.

Karte

Route eins mit heißer Quelle:

Wir starten von Selfoss (Proviant aus dem Supermarkt mitnehmen?!)  in Richtung Westen auf der Ringstraße 1. Kurz nach Selfoss biegen wir rechts ab auf die 35. Erstes Ziel auf der rechten Seite:

Kerio Krater mit Wasser

Kerio Krater

Hier müsst ihr drei Euro Eintritt zahlen, diese fließen aber in den Erhalt des Kraters und den Schutz der Natur drum herum. Parkplätze sind ausreichend vorhanden.

Sobald ihr auf dem Rundweg um den Krater seid, habt ihr einen phantstischen Weitblick auf den Vulkan Ingólfsfjall.

 Fakten: Der Krater ist 55 m tief. Ein Teil ist mit sehr klarem Wasser gefüllt. Der Kratersee in Kerið hat eine Größe von ca. 270 mal 170 m und damit eine Fläche von etwa 0,05 km². Die Wassertiefe schwankt zwischen 7 und 14 m. Sein Alter wird auf ca. 6.500 Jahre geschätzt.

 Ein Stopp lohnt sich in jedem Fall!

Weiter geht es auf der 35. Falls ihr Lust auf ein Stück Kuchen oder einen Kaffee habt, könnt ihr hier anhalten: In Islands ersten Öko-Dorf.

Wenn nicht, fahrt ihr weiter bis Skálholt, dazu biegt ihr kurz nach der Brücke rechts auf die 31 ab.

Skalholt Kirche Bischofsitz

Skálholt

 Hier war bis 1801 der Bischoffsitz. Angucken könnt ihr euch die Kirche und ein Unterirdisches Museum. Dieses war leider geschlossen als wir da waren. Rund herum sind aber schöne Wege angelegt und das Panorama mit Blick auf den Fluss ist wunderschön.

Zurück geht es auf die 35 und weiter nach Norden. Nächster Halt: der Faxi-Wasserfall auch auf der rechten Seite

Wasserfall einsam Anni

Faxi-Wasserfall

Wenn ihr euch in Selfoss etwas zu essen aus dem Supermarkt mitgenommen habt, könnt ihr euch hier auf einer Picknikbank mit Blick auf den Wasserfall hinsetzen und in völliger Ruhe etwas essen.

Wieder zurück auf der Straße fahren wir noch ca. 15 Minuten, bis wir zum Heißwassertal Haukadalur kommen. Ihr erkennt an dem bunten Fluss auf der linken Seite, dass ihr richtig seid 😉 Hier können wir den Geysier Strokkur beim ausbrechen beobachten.

 

Geysier in Island

Strokkur

Parkplätze sind auch hier ausreichend vorhanden, Eintritt kostet der Park keinen. Der Geysier bricht etwa alle 10 bis 20 Minuten aus. Falls ihr gerade gegessen habt, solltet ihr euch vielleicht erst noch die Quellen angucken: der Geruch ist nicht ohne 😀

 Interessant sind nämlich neben den Geysiren auch die vielen anderen heißen Quellen, die in unmittelbarer Umgebung liegen.

 Nahe dem „Haupteingang“ liegen einige Schlammtöpfe. In ihnen köchelt rötlicher oder grauer Schlamm vor sich hin. Schönes Fotomotiv wenn es kalt ist: die dampfenden Quellen!

 Eine der Quellen wird zur Beheizung des Hotels Geysir und einiger Bauernhöfe und Gewächshäuser der näheren Umgebung genutzt.

 Im Bach, den ihr eben schon gesehen habt, wachsen verschiedene Algen und Bakterienarten. Selbst im 100°C heißen Wasser unmittelbar in den Quellen wachsen Bakterien. Bei Temperaturen, die unter 70°C liegen, können diese Bakterien nicht mehr wachsen. Die Farbschattierungen im Bach reichen von rot über gelb bis hin zu grauen fädigen Matten und werden von Bakterien oder ihren Stoffwechselprodukten gebildet.

Als nächstes folgt das wohl bekannteste Naturwunder Islands: der Gulfoss Wasserfall. Dazu folgen wir der Straße weiter in Richtung Norden.

schöner Wasserfall mit Schnee

Gulfoss Wasserfall

„Oben“ am Wasserfall ist ein Touristenzentrum. Hier könnt ihr (teuren) Kaffee trinken und auch etwas essen. Empfehlen würde ich das aufgrund der wirklich gesalzenen Preise aber nicht. Eine Toilette ist auch vorhanden.

Zur Aussichtsplattform geht es einige Stufen runter. Ihr könnt aber auch unten parken: dazu einfach ca. 600 m vor dem Touristenzentrum rechts reinfahren. Hier ist auch ein Parkplatz und ihr könnt direkt loslaufen.

Fakten: Der Gulfoss besteht aus zwei Stufen. Das Wasser kommt aus dem Gletscherflusses Hvítá und stürzt in eine 2,5km lange und 70 m tiefe Schlucht. An warmen Sommertagen donnern pro Sekunde bis zu 1200m3 Wasser in die Tiefe. Die obere Stufe des Wasserfalls hat eine Höhe von 11m, die untere Stufe 20m.

 Wir haben jetzt das obere Ende unserer Rundfahrt erreichen und fahren zurück in Richtung Süden auf der 35. Nach kurzer Fahrt biegen wir links auf die 30 ab. Nach ca. 6 km fahren wir über eine Brücke und halten am Ölfusá Fluss für einen Fotostopp.

klarer blauer Fluss in Island

Ölfusá-Brücke

Hellblaues Wasser und eine unwirkliche Landschaft. Macht hier auf jeden Fall ein paar Foto. Parken könnt ihr vor der Brücke links.

 Letztes Ziel für heute ist die Secret Lagoon. Dazu fahren wir weiter auf der 30 bis wir das kleine Städtchen Flúðir erreichen. Vor dem Fluss biegen wir links ab und sind auch schon da.

Secret Lagoon

 Ein Grund nach Island zu fliegen, sind sicherlich die heißen Quellen. Im ganzen Land gibt es auch „natürliche“ Quellen zu entdecken. Wir besuchen heute, auch aufgrund der begrenzten Zeit, eine Quelle mit Infrakstruktur 😉 Hier könnt ihr euch auch Handtücher leihen (3,90 EUR)

 Der Eintritt kostet 21 EUR pro Person. Öffnungszeiten im Sommer von 10:00 – 22:00 Uhr, im Winter von 12:00 – 20:00 Uhr.

Danach folgen wir weiter der 30 in Richtung Süden und biegen am Ende der Straße rechts auf die 1 ab. Nach ca. 10 Minuten sehen wir dann auf der rechten Seite unser Guesthouse.

Route zwei mit Wasserfällen und dem Eyjafjallajökull

Bis zum Fotostopp an der Brücke über den Ölfusá bleibt alles gleich. Statt dann aber an der Lagune zu halten, fahren wir direkt weiter und biegen am Ende der 30 nicht rechts sondern links ab. Nach ca. 40 Minuten erreichen wir den Seljalandsfoss Wasserfall auf der linken Seite. Dazu biegen wir direkt nach der großen Brücke links ab. Und sind auch schon da.

Übrigens hat man hier einen Blick auf den „berühmten“ Vulkan Eyjafjallajökull. Ihr erinnert euch doch bestimmt 😉

Seljalandsfoss Wasserfall

Der Fluss Seljalandsá stürzt hier 66 m tief über die ehemalige Küstenlinie in die Überschwemmungsebene des Der Fluss Seljalandsá stürzt hier 66 m tief über die ehemalige Küstenlinie in die Überschwemmungsebene des Markarfljót, in den er kurz darauf mündet. Ihr könnt hinter den Wasserfall gehen und durch die Wasserschleier raus gucken.

Weiter geht es die Ringstraße entlang. Nach ca. 15 Minuten befindet sich auf der rechten Seite das „Eyjafjallajökull Erupts“ Besucher Center.

Eyjafjallajökull Erupts

Ein Besuchercentrum direkt unter dem Vulkan. Von einer Familie betrieben, erlebt ihr hier, was es heißt an einem aktiven Vulkan zu leben. 6 EUR Eintritt. http://www.icelanderupts.is/en

Nach weiteren 10 Minuten erreicht ihr den letzten Stopp für heute auf der linken Seite, den Skógafoss Wasserfall.

Skógafoss Wasserfall

Von hier dreht ihr wieder um und genießt den Blick auf das raue Meer. Wir folgen der Ringstraße 1 für ca. 60 Minuten und erreichen dann auf der rechten Seite unser Guesthaus.

 

Stopover – Routen und Tipps für 2 Tage Island

Kommentar verfassen