Tag 6 auf Saint Thomas
Das erste Mal Land in der Karibik

Die ersten zwei Tage an Bord waren Seetage. Wir hatten also ausreichend Zeit, das Schiff kennenzulernen, zu essen und in der Sonne zu liegen.

Dank des ultimativen Getränkepakets natürlich immer mit einem Cocktail in der Hand 😉

So schipperten wir los in die Karibik und hatten auch schon unseren ersten Hafen erreicht: Saint Thomas. Eine Insel der amerikanischen Jungferninseln. Die Insel gehört zum Außengebiet der USA, ihr könnt hier also mit US Dollar bezahlen.

Schiff im Hafen von Saint Thomas

Leguan auf St Thomas

Ausflüge vorab organisieren? Besser nicht!

Wir hatten bereits vorab übers Internet eine Tour gebucht: absolut nicht empfehlenswert! Sowohl die Tour als auch das Vorabbuchen. Letztlich war es aber natürlich immer noch günstiger, als einen Ausflug über das Schiff zu buchen. Unser Ausflug hätte über NCL bei ungefähr 60$ pro Person gelegen.

Vor Ort sind die Angebote mindestens gleichwertig, wenn nicht günstiger. An dem Marktplatz der Insel fahren alle Bustouren ab. Fast alle die gleiche Route. Ihr könnt euch also einfach vor Ort den besten Bus aussuchen. Naja, ein Bus ist es eigentlich nicht. Eher ein umgebauter Pick-Up. Aber irgendwie auch ein Bus. Wir bleiben bei Bus 😉

Bus auf Saint Thomas

Zielgruppe: US-Amerikaner

Wir hatten die Möglichkeit, vorher noch zwischen einer und drei Stunden zu shoppen. Die Abfahrtzeit zu der eigentlichen Tour am Marktplatz ist immer gleich. Wir haben uns vorab für eine Stunde entschieden (Gott sei Dank!).

Ihr werdet also entsprechend früh (für 3 Stunden shoppen) oder spät (für eine Stunde shoppen) am Schiff abgeholt und in der Stadt rausgelassen.

Was euch da erwartet: ein „Markt“ mit völlig überteuerten Klamotten (die wir dann übrigens auch hier in Deutschland auf einem Flohmarkt und auf einem Markt in Gran Canaria wiedergesehen haben) und Souvenirs. Nun ja, den obligatorischen Kühlschrankmagneten haben wir dann doch eingepackt.

Außerdem gibt es hier noch eine Art Freiluft-Mall. Zu normalen Preisen könnt ihr hier Markenklamotten kaufen. Die Amis finden es jedenfalls toll. Steuern und Zoll fallen hier weg, lohnt sich für uns aber wegen dem tollen Dollarkurs nicht (Stand April 2016). Eigentlich haben wir also schwitzend nur eine Stunde vergeudet 😉

Karibische Gelassenheit oder Abzocke?

Um kurz 12 machten wir uns dann also auf zum Marktplatz (Abfahrt sollte um 12 Uhr sein). Angemerkt sei kurz: Vom Schiff zur Stadt hatte uns ein anderer Bus mitgenommen, weil er eh da war und Geoffrey (unser Tourenanbieter) so nicht extra kommen musste. Wir kannten also unseren Bus bislang nicht.

Auf dem Marktplatz waren aber mindestens 20 Busse! Wir standen also an dem Platz wo wir abgeholt werden sollten. Wehrten diverse „fahrt doch mit uns“ Angebote ab. Und warteten.

Irgendwann kam dann auch tatsächlich „unser“ Bus. Wir stiegen ein. Und wieder aus. Es gab leichte Probleme mit der Zahlung:

Via Paypal hatten wir vorab 20$ angezahlt und sollten also vor Ort noch 20$ zahlen. Geoffrey konnte aber unsere Zahlung nicht finden, wir sollten 40$ zahlen.

Nach einer kurzen Diskussion und nachdem wir den Zahlungsbeleg von Paypal am Handy rausgesucht hatten, durften wir dann wieder einsteigen und mussten nur 20$ zahlen…Ob das jetzt eine Masche war, oder er den Beleg tatsächlich nicht finden konnte, sei dahingestellt. Im Zweifel: für den Angeklagten 😉

Kaltes Wasser in Flaschen wurde verteilt, Sicherheitsmaßnahmen besprochen (während der Fahrt nicht aufstehen, nicht den Kopf aus dem Fenster halten!!! Man merkt: die Zielgruppe sind Amerikaner) und dann ging es auch schon los.

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, es gab nicht einen Moment unserer vierstündigen Tour, in der unsere Fahrer nicht geredet hat. Während der Fahrt durch ein Mikro über Lautsprecher, untermalt von Karibischer Musik mit mindestens 80 Dezibel, und an den Stopps dann so.

Der Inhalt war wirklich interessant. Aber zusammen mit dem schwülen Wetter, 30 Grad bei mindestens 80% Luftfeuchtigkeit, dem plärrenden Lautsprecher und dazu in Englisch war das Zuhören irgendwann echt anstrengend.

Im Bus auf Saint Thomas

Wir fuhren also durch die Hauptstadt Charlotte Amalie hoch zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Hafen und die Kreuzfahrtschiffe (außer uns lagen noch drei weitere Schiffe im Hafen!). Hier genossen wir einen halbstündigen Vortrag über karibische Piraten. In der Sonne.

Weiter ging es zum botanischen Garten. Dieser war wirklich schön und die Aussicht grandios. Hier hätte ich mir mehr Zeit gewünscht. Die, die wir hatten, ging leider mit Toilette suchen und Rumpunsch trinken (im Preis inkludiert) vorbei. Außerdem folgte auch hier wieder ein Vortrag. Thema habe ich leider wieder vergessen…ich bin mir aber sicher dass auch hier karibische Piraten vorkamen.

Der Fremdenführer erklärt ewas

stthomas landschaft

Nächster Halt: Touristenfalle Nr.1 auf St.Thomas:

Mountain Top. Home of the World Famous Banana Daiquiri.

Vorab: den auch inkludierten Bananen Daiquiri haben wir nach einem Schluck entsorgt. Zumindest den mit Alkohol. Der ohne ging. Gerade so.

Es gab theoretisch auch Erdbeer Daiquiri. Erdbeeren waren aber gerade aus. Ansonsten kann man hier noch, wer hätte es gedacht, shoppen.

Ihr müsst euch das so vorstellen: nach einer aufregenden Fahrt durch sehr steile und enge Serpentinenstraßen kommt ihr an einem Parkplatz an. Es staut sich. Der Fahrer lässt euch oberhalb raus und wünscht euch viel Spaß. Ihr könnt es kaum erwarten, endlich diesen bestimmt phänomenalen Aussichtspunkt zu sehen. Wundert euch etwas über diese unglaublich vielen Menschen. Und dann seid ihr da.

Eine große Halle mit Klamotten. Noch mehr Menschen. Eine Theke, an der ihr Daiquiris kaufen könnt. Eine vollkommen überfüllte Aussichtsterrasse.

Tja und das war es auch schon. Hier hatten wir am meisten Zeit. Uns hat sich nur nicht erschlossen, wofür. Die Aussicht war nicht halb so schön wie im botanischen Garten. Wir haben sogar vergessen, Fotos zu machen.

Aber hey, es gab kostenlosen Alkohol und eine weitere Möglichkeit, Geld auszugeben. Die Amis fanden es toll.

Terminstress im Urlaub

Mittlerweile war es auch 15:00 Uhr – um 17:00 Uhr sollten wir wieder am Anleger sein. Geplant war eigentlich noch ein einstündiger Badeaufenthalt wahlweise am Magens Bay Beach oder am Coki Beach. Außerdem eine Rundfahrt durch die „Slums“.

Es ging also auf direktem Weg weiter. Den nächsten Aussichtspunkt mit Blick auf Magens Bay lassen wir links liegen. „No time, no time“.

Tatsächlich hatten wir einen 10-minutigen Aufenthalt am Coki Beach (zur Magens Bay wollte keiner; hier müsst ihr 3$ Eintritt zahlen). Wir sind also schnell ausgestiegen, zum Strand gelaufen um wenigstens ein paar Fotos zu machen, und wieder zurück in den Bus.

stthomas cokibeach strand

Wir hätten auch noch eine Stunde da bleiben können, der Bus hätte uns dann wieder abgeholt. Da war uns aber doch zu knapp.

Armut in der Karibik

Es ging zurück zum Schiff. Durch das Armutsviertel von St.Thomas. Und hier bin ich wirklich zwiegespalten: ist es jetzt gut, dass wir als Urlauber auch diese Seiten der Insel sehen, oder werden hier die Menschen nur zur Schau gestellt?

Den Blicken der Bewohner nach, ist wohl eher letzteres der Fall.

Die anderen Tourteilnehmer hat das eher nicht gestört, sie haben munter drauf los fotografiert.

In der Hauptstadt angekommen, habe ich wieder aufgeatmet. Zu bedrückend war die Stimmung auf der Straße.

Wieder zu Hause habe ich ein bisschen recherchiert, wobei es gar nicht einfach ist, Daten über die Virgin Islands zu finden. Laut der Seite laenderdaten.de liegt das BIP/Kopf bei 36.100 USD. Klar ist aber auch, dass die Einkünfte der Steuerflüchtlinge hier die Daten verzerren.

Im Vergleich dazu hat Deutschland ein BISP/Kopf von 47.400 USD. Haiti hingegen hat nur 1.800 USD!

Schwieriges Thema.

Mitlerweile war es übrigens 16:30 Uhr. Und statt zu unserem Schiff abzubiegen, fuhren wir zur anderen Seite des Hafens. (Auf St.Thomas gibt es zwei Anlegemöglichkeiten: mitten in der Stadt und es weiter außerhalb. Wir hatten, als kleinstes Schiff, die Außenposition). Wir ließen also noch die Passagiere eines Carnival Schiffes und eines weiteren NCL Schiffes raus.

st-thomas Hafen mit 3 Schiffen

Im Kopf ging ich bereits die Möglichkeiten durch, ein Schiff zu mieten und selbst zum nächsten Hafen zu fahren 😉

Aber noch rechtzeitig um kurz vor 17:00 Uhr kamen wir an unserer Spirit an.

Einschiffen war übrigens um 17:30 Uhr. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil…

6 Tipps für St.Thomas

Mein Fazit zu diesem Tag ist sehr unentschlossen. Die Tour war jedenfalls nicht wirklich empfehlenswert. Wirklich begeistert hat mich nur der botanische Garten. Mehr Infos dazu findet ihr hier. Daher meine Tipps für Saint Thomas:

  1. Nehmt euch ein Taxi zum Magens Bay Beach und genießt dort einen entspannten Tag
  2. Coki Beach war sehr voll, als wir da waren. Besonders groß ist er auch nicht
  3. Besucht den botanischen Garten
  4. Vermeidet das Mountain Top
  5. Wenn ihr eine Tour machen möchtet, bucht diese direkt vor Ort
  6. Einkaufen lohnt sich preislich nicht. Zumindest Klamotten. Schmuck soll wohl relativ günstig sein. Damit kenne ich mich aber nicht aus 😉

Die Ausfahrt aus dem Hafen mit Blick auf den Sonnenuntergang hat uns dann doch wieder versöhnlich gestimmt und so freuten wir uns auf den nächsten Tag auf Sint Maarten. Hier kommst du direkt zum nächsten Tag.

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Tag 6 – Piratengeschichten und Bananen-Daiquiris auf Saint Thomas

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